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10.04.2011, 11 Uhr, Krümmel

Literaturnobelpreisträger Günter Grass liest am Sonntag, den 10. April, um 11 Uhr direkt vor dem - durch einen dramatischen Brand in die Schlagzeilen geratenen - Atomkraftwerk Krümmel: Elbuferstraße, 21502 Geesthacht.

In einer Matinee trägt der 83-Jährige in einem Veranstaltungszelt vor dem Atomreaktor an der Hamburger Stadtgrenze aus seinem neuesten Roman „Grimms Wörter“ vor. Zudem wird Grass aus seinem Band „Mein Jahrhundert“ die Geschichte „1955“ lesen: das Schicksal eines Hausbesitzers, der sich gegen einen atomaren Katastrophenfall mit einem privaten Atombunker im heimischen Garten zu schützen beabsichtigt. Bei den Grabungsarbeiten wird der besorgte Mann in der ausgehobenen Baugrube verschüttet und stirbt. Sein Sohn, der die Tragik mitansehen muss, engagiert sich fortan gegen Atomkraft.

Im Anschluss an die Lesung diskutiert Günter Grass mit dem langjährigen Chefredakteur des Deutschlandfunk, Professor Rainer Burchardt, die gesellschaftliche Kontroverse um die Nutzung der Atomkraft.
Günter Grass wird in Krümmel auf Wunsch auch Bücher signieren.

Der Literaturnobelpreisträger verzichtet zugunsten der Anti-Atom-Bewegung auf Honorar. Gäste der Lesung werden um eine Spende gebeten. Diese gehen an die „Bäuerliche Notgemeinschaft Wendland“, die sich seit mehr als 30 Jahren gegen ein Atommüll-Endlager im niedersächsischen Gorleben wehrt.

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Der Kultur-Allrounder - Schriftsteller, Zeichner, Bildhauer

Günter Grass wurde 1927 in Danzig als Sohn einer Kaufmannsfamilie geboren. Er studierte Bildhauerei.
1956 erschien Grass’ erstes Buch, der Gedichtband „Die Vorzüge der Windhühner“. Mit dem Roman „Die Blechtrommel“ wurde er 1959 schlagartig berühmt. Neben seinen Romanen „Hundejahre“, „Der Butt“, „Die Rättin“, „Ein weites Feld“ und vielen anderen entstehen Gedichtbände wie „Gleisdreieck“,“ Ausgefragt“, „Letzte Tänze“, überdies Kurzprosa, Theaterspiele, Essays, Novellen wie „Katz und Maus“, „Das Treffen in Telgte“, „Im Krebsgang“, zudem Erzählungen wie „Unkenrufe“ und gattungslose Erzähltexte wie „Aus dem Tagebuch einer Schnecke“ oder „Mein Jahrhundert“. Desweiteren publiziert Grass autobiografische Werke wie „Beim Häuten der Zwiebel“ oder „Die Box“. Zuletzt erschien 2010 „Grimms Wörter“, eine regelrechte Liebeserklärung von Grass an die deutsche Sprache.
Außerdem ist der Schriftsteller als Zeichner, Grafiker und Bildhauer tätig, seit 1986 sind auch diverse Bücher mit seinem bildkünstlerischen Werk erschienen. Für sein literarisches Werk wurde Grass neben zahlreichen Preisen im Jahr 1999 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Service - Mit dem Bus zur Grass-Lesung

 



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