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Autoren widersprechen Senat und Vattenfall-Partnern

Zahlreiche namhafte Schriftsteller und Künstler freuen sich öffentlich über das Ende der ‚Vattenfall-Lesetage’ - und widersprechen ausdrücklich der Einschätzung von Kultursenatorin Kisseler, der Atomkonzern habe „einen bedeutenden Beitrag zu Hamburgs Kultur geleistet, der (…) nicht ersetzbar“ sei. Die Autoren weisen auch die Behauptung von Vattenfall-Partnern zurück, mit dem Aus der ‚Vattenfall-Lesetage’ sei „der Kulturstandort Hamburg beschädigt“. Die Kommentare der Künstler dokumentiert der Veranstalter des Literaturfestivals ‚Lesen ohne Atomstrom’ - der Kultur für alle e. V. - in einer ganzseitigen Anzeige in der ‚Hamburger Morgenpost’.

Die Autoren bezeichnen vielmehr das ins vierte Jahr gehende, von Bürgern organisierte Festival ‚Lesen ohne Atomstrom’ als „Schmuckstück, Geschenk und Werbefaktor für Hamburg“. „Nachdem Vattenfall das Ende seines Kulturmissbrauchs erklärt hat, verkünden zuletzt verschiedene Kulturfunktionäre und langjährige Vattenfall-Partner - wie Hamburger Abendblatt und der Hörfunksender NDR-90,3 – nahezu wortgleich Schreckens-Szenarien, prophezeien gar ‚komplette Leere’. Das ist phantasielos - und ignoriert vor allem einmal mehr jene, die Literatur konkret erschaffen. Genau sie, die Autoren, beglückwünschen Hamburg ausdrücklich dazu, sich vom Greenwashing der Atomindustrie befreit zu haben“, sagt Oliver Neß, Sprecher des unabhängigen Festivals ‚Lesen ohne Atomstrom’ - das in den letzten drei Jahren mehr als 10.000 Gratis-Plätze in exklusiven Literaturveranstaltungen für Hamburg geschaffen hat.

Überdies legen mehrere Schriftsteller dem Hamburger Senat nahe, sich aktiv an ‚Lesen ohne Atomstrom’ zu beteiligen. Für Kulturmäzen Frank Otto, ‚Lesen ohne Atomstrom’-Förderer der ersten Stunde, eine innovative Anregung: „Wir verstetigen das Festival 'Lesen ohne Atomstrom' bereits seit geraumer Zeit mit einem beeindruckend breiten bürgerschaftlichen Engagement. Die Idee der Autoren, dass künftig auch die Stadt sich hier mit einbringt, ist interessant.“ Festivalsprecher Neß ergänzt: „Die Anregungen der Autoren sind kreativ und sollten auch für die Kultursenatorin belebend sein. Der Kultur für alle e. V. hat den Schriftstellern umgehend zugesichert, dass er bereit ist, seine Ressourcen weiter einzubringen.“ Das bestätigt Heiko Böttner, 1.Vorsitzender des Kultur für alle e. V.: „Senatorin Kisseler hat zuletzt in der Hamburger Morgenpost gesagt, sie brauche 'starke Partner' in der Kulturförderung. Die stärksten Partner - welche die Kultur wie auch die dafür verantwortliche Senatorin haben kann - sind die Bürger, die Künstler und deren gemeinsames Engagement. 'Lesen ohne Atomstrom' beweist das seit Jahren.“

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